Petition an die europäische Union und das Bundesinnenministerium für ein Europa der Humanität

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Über 40.000 durch Flucht und Krieg traumatisierte Menschen befinden sich momentan in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln, 20.000 allein im Camp Moria auf Lesbos, obwohl dort nur Platz für 3.000 Menschen ist. Während es uns in Deutschland gelingt, soziale Kontakte zu minimieren und Hygienevorschriften einzuhalten, um die exponentielle Verbreitung des Virus erfolgreich zu verlangsamen, haben die Menschen in den Camps weder vollständigen Zugang zu fließendem Wasser, noch die Möglichkeit, sich vor einer Infektion zu schützen oder auf medizinische Infrastruktur. Es droht, dass diese Menschen angesteckt werden, dass sie keine medizinische Versorgung haben und ihrem Schicksal überlassen werden. Bricht die Epidemie in einem solchen Lager aus, wird es fast unmöglich sein, Ansteckungsketten zu unterbrechen.

Wenn Entscheidungsträger*innen nicht schnell handeln, wird sich das Virus ungehindert ausbreiten und Menschen werden sterben. Die Europäische Union hat die Möglichkeiten, die Katastrophe zu verhindern.

Angesichts der großen Herausforderung, die wir zu bewältigen haben, braucht es viele Zeichen der Solidarität. Kleinstaaterei oder Egoismus werden uns nicht den Weg weisen. Das gemeinsame Europa ist nach 1945 entstanden als eine Solidargemeinschaft, die Lehren aus dem furchtbaren Krieg gezogen hat. Das Menschenrecht auf Asyl wurde in internationalen und nationalen Verfassungen verankert.

An dieses Europa appellieren wir heute!

Die gegenwärtige Corona-Krise lässt das Leid von Schutzsuchenden und die humanitäre Katastrophe in den überfüllten Flüchtlingslagern in den Hintergrund treten. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, zusammen zu halten und ein klares Zeichen für die Einhaltung der Menschenrechte zu setzen.

Das Virus unterscheidet nicht nach Hautfarbe, Religion oder Geschlecht.

Wir rufen daher die europäische Kommission auf, finanzielle Solidarität mit den Mittelmeer-Anreinerstaaten zu zeigen und wir fordern eine sofortige Aufnahme und Verteilung der Geflüchteten in den aufnahmebereiten Staaten Europas. In Deutschland haben sich zahlreiche Städte zu Sicheren Häfen erklärt. Sie stehen bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Deswegen fordern wir jetzt von EU-Kommission und den EU-Regierungen:

  • Evakuierung der überfüllten Flüchtlingslager und Unterbringung an Orten, an denen sie vor dem Virus geschützt sind. Wir in Europa haben Platz für Menschlichkeit!
  • Notwendige medizinische, Quarantäne- und Schutzmaßnahmen vor Corona sollten überall umgesetzt werden um eine exponentielle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auch in Flüchtlingslagern! Daher: sofortige Versorgung der Menschen mit notwendigen Schutzvorrichtungen wie Masken.
  • humanitäre und finanzielle Unterstützung der besonders betroffenen Gebiete, insbesondere Griechenland, durch eine europäische Kraftanstrengung. Corona hat gezeigt, dass grenzüberschreitende Solidarität möglich ist und viel Geld bewegt werden kann.
  • Zugang zu Asylverfahren und Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit, besonders in Krisenzeiten.

Um das zu erreichen, rufen wir euch auf, bis zum 20.06.2020 euer Foto mit den Hashtags #LeaveNoOneBehind, #handinhand, sowie den oben stehenden Forderungen an die EU-Kommission, Frau Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen https://ec.europa.eu/commission/commissioners/2019-2024/president_de

und Herrn Bundesinnenminister Horst Seehofer

https://www.bmi.bund.de/DE/startseite/startseite-node.html

zu schicken. Danke für eure Mithilfe!

Quelle: Rettungskette 2019