Die Landessynode der ev. Kirche in Württemberg zur Seenotrettung

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Die Landessynode der ev. Landeskirche in Württemberg beschäftigte sich am 15. Juli unter anderem mit dem Thema der Seenotrettung. Hier geht es zum Bericht der Sommertagung. Nachfolgend ein Auszug:

TOP 17 – Aktuelle Stunde

In einer Aktuellen Stunde hat sich die Landessynode mit der Seenotrettung im Mittelmeer befasst. Der Synodale Markus Mörike kritisierte deren Kriminalisierung. Es werde damit eine „rote Linie überschritten“.

Christen müssten „sagen, was nicht sein darf“, betonte er. Mörike und weitere Synodale forderten, die Kirche solle sich dafür einsetzen, dass Städte und Gemeinden der Initiative „Sicherer Hafen“ beitreten. „Mit jedem Menschen, der ertrinkt, stirbt ein Stück der Würde Europas“, sagte die Synodale Professorin Dr. Martina Klärle.

Die Seenotrettung müsse weiterhin eine staatliche Aufgabe bleiben, forderte sie. „Man lässt Menschen nicht ertrinken, Punkt“, betonte Marina Walz-Hildenbrand und nannte das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer einen „unerträglichen Zustand“. Elke Dangelmeier-Vincon forderte angesichts der Krise der Seenotrettung, Christen sollten jetzt ihre „Überzeugung in Handeln umsetzen“.

Kirchliches Lazarett-Schiff?

Franziska Stocker-Schwarz sprach sich dafür aus, dass ein breites Bündnis aus Kirchen und Politik ein eigenes Lazarett-Schiff entsenden sollte, das Gerettete direkt nach Deutschland bringe. Auf das bereits bestehende Engagement der evangelischen Kirchen Italiens auf Lampedusa wies Ulrich Hirsch hin. „Die Kriminalisierung des Barmherzigen Samariters geht nicht“, sagte Hellger Koepf. Eva Glock forderte die Politik auf, den Menschen endlich Perspektiven vor Ort in Afrika zu bieten. Einfach zu handeln und wie der barmherzige Smaraiter das zu tun, was einem vor die Augen kommt, dazu rief Hans Leitlein auf.

Seenotrettung als „Christenpflicht“

Martin Allmendinger nannte die Seenotrettung eine „Christenpflicht“. Wer sich dafür ausspreche, müsse auch dafür sorgen, dass keine Waffen mehr in Krisengebiete geliefert würden, so der Synodale. „Europa funktioniert in Menschrechtsfragen nicht“, stellte Tabea Dölker fest und forderte,  die Kirchen Europas sollten gemeinsam den „Blickwinkel des christlichen Menschenbilds“ stark machen. Sigrid Erbes-Bürkle beklagte, dass man keinen Einfluss auf die Verantwortlichen in den Ländern habe, aus denen die Geflüchteten kommen.

Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July verwies darauf, dass sich die Landeskirche bereits für die Rettung von Flüchtlingen und die Bekämpfung von Fluchtursachen einsetze, insbesondere durch ihre weltweiten ökumenischen Beziehungen. So unterstütze die Landeskirche nachhaltig die Arbeit des Lutherischen Weltbundes.